ZurichDental-Podcast

Podcast mit Dr. Jakob Müller und ZTM Ruveyde Yusein

Digitale Zahntechnik - Präzision mit KI

Wie digitale Zahntechnik mit CAD CAM, CEREC, Intraoralscanner und KI die Zahnmedizin präziser macht

In der aktuellen Folge von ZurichDental spricht Dr. Jakob Müller mit unserer Laborleiterin Ruveyde Yusein über moderne Zahntechnik, digitale Workflows und die enge Zusammenarbeit zwischen Zahnarztpraxis und Praxislabor. Im Mittelpunkt stehen CAD CAM, CEREC, Intraoralscanner, Knirscherschienen, Implantatkronen und die Frage, welche Rolle künstliche Intelligenz künftig in der Zahnmedizin spielt. Jeder erfährt, was die grossen Vorteile sind, wenn Zahnarzt und Zahntechniker unter einem Dach zusammenarbeiten.

"Es ist nicht genug zu wissen, man muss auch anwenden; es ist nicht genug zu wollen, man muss auch tun."

 Zitat von Johann Wolfgang von Goethe

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Zahntechnik verbindet Medizin, Technik und Kunst

Ruvyede beschreibt ihren Beruf als genau die Schnittstelle, die viele Patientinnen und Patienten im Behandlungsalltag kaum sehen, die aber für das Ergebnis entscheidend ist: Zahntechnik verbindet Medizin, Technik und Kunst. Aus digitalen Scans, Fotos, Videos und Röntgendaten entstehen Kronen, Brücken, Schienen, Implantatversorgungen und ästhetische Zahnrekonstruktionen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Software, sondern auch das handwerkliche Können. Denn am Ende zählt, dass Zahnersatz natürlich aussieht, sich gut anfühlt und im Biss präzise funktioniert.

Digitale Zahnmedizin ersetzt den klassischen Abdruck

Ein zentrales Thema der Folge ist der voll digitale Workflow in der Zahnarztpraxis. Früher wurden Abdrücke mit einer weichen Masse genommen, anschliessend mit Gips ausgegossen und ins Dentallabor geschickt. Heute erfassen Intraoralscanner das Gebiss digital und hochpräzise. Die Daten landen direkt im zahntechnischen Labor, wo sie am Bildschirm weiterverarbeitet werden. Für Patientinnen und Patienten bedeutet das weniger Würgereiz, weniger Termine, mehr Komfort und eine bessere Planbarkeit der Behandlung.

CAD/CAM und CEREC machen Zahnersatz schneller und präziser

CAD/CAM steht für computergestütztes Design und computergestützte Herstellung. In der Zahnmedizin ist das CEREC System ein wichtiger Meilenstein: Es wurde 1985 an der Universität Zürich entwickelt und ermöglicht Keramikrestaurationen in kurzer Zeit. Während CEREC vor allem bei Einzelkronen und kleineren Versorgungen zum Einsatz kommt, eröffnet moderne CAD CAM Zahntechnik noch viel mehr Möglichkeiten. Kronen, Brücken, Implantatkronen, Retainer, Schienen und sogar Modellgüsse können digital gestaltet und anschliessend gefräst oder gedruckt werden.

Knirscherschiene, Bleichschiene und Schnarchschiene: individuell statt von der Stange

Schienen sind ein gutes Beispiel dafür, wie individuell digitale Zahntechnik heute arbeiten kann. Die Michigan Schiene, eine klassische Knirscherschiene bei Bruxismus, schützt die Zähne vor Abrieb und kann Kiefergelenke sowie Muskulatur entlasten. Bleichschienen werden so gestaltet, dass kleine Hohlräume für das Bleichmittel entstehen und die Zahnaufhellung zu Hause kontrolliert und schonend erfolgen kann. Schnarchschienen wiederum bringen den Unterkiefer leicht nach vorne, damit im Rachenraum mehr Platz für die Atmung entsteht. Gerade bei Schnarchen und Schlafapnoe kann diese individuelle Anpassung einen spürbaren Unterschied machen.

Implantatkronen verlangen höchste Genauigkeit

Besonders anspruchsvoll ist die Herstellung von Implantatkronen. Ein natürlicher Zahn besitzt eine minimale Beweglichkeit, ein Implantat dagegen ist fest im Knochen verankert. Deshalb muss die Implantatkrone extrem präzise sitzen, damit Zahnseide sauber durchgeht, keine Druckstellen entstehen und die Kaubelastung langfristig stimmt. Ruveyde Yusein betont in der Folge, wie sehr digitale Workflows die Arbeit erleichtern: Scannen, Designen und Fräsen sind so aufeinander abgestimmt, dass der Zahnersatz häufig direkt passt. Das spart Zeit, vermeidet unnötige Anpassungen und erhöht die Behandlungsqualität.

Bohrschablonen sorgen für Sicherheit bei Implantaten

Bei Implantatbehandlungen spielt die digitale Planung eine immer grössere Rolle. Dafür werden Intraoralscan und 3D Röntgenbild miteinander kombiniert. Die Zahntechnikerin plant, wo die spätere Krone ideal stehen soll, der Zahnarzt beurteilt die Statik und chirurgische Machbarkeit. Daraus entsteht eine Bohrschablone, die das Implantat während des Eingriffs in die geplante Position führt. Das Ziel ist klar: Die künstliche Zahnwurzel soll genau dort sitzen, wo sie funktionell, ästhetisch und langfristig am meisten Sinn ergibt.

Die Zukunft der Zahntechnik ist digital, aber bleibt Handwerk

Die Folge zeigt eindrücklich: Moderne Zahntechnik ist weit mehr als Arbeit im Hintergrund. Sie ist ein entscheidender Teil hochwertiger Zahnmedizin. Digitale Zahnmedizin, CAD CAM, 3D Druck, Intraoralscanner, Smile Design und KI eröffnen neue Möglichkeiten, doch ohne Erfahrung, Gefühl für Formen und präzises Handwerk geht es nicht. Gerade diese Mischung macht den Beruf so spannend. Oder wie es in der Folge anklingt: Jeder Mensch ist individuell, und genau deshalb braucht guter Zahnersatz immer eine Lösung, die ebenso individuell geplant und hergestellt wird.
Für unsere Patienten ist es ein grosser Vorteil, dass man für Zahnfarben-Anpassungen oder Einproben in ein externes Labor gehen muss, sondern das alles im gewohntem Set-Up mit höchster Hygiene im selben Raum stattfinden. Bereits vor Start einer prothetischen Arbeit (Teilkronen, Kronen, Brücken, Implantatkronen, -brücken, …) kommt Frau Yusein um die Zahnfarbe professionell zu bestimmen. Sie ist dann auch bei allen Einproben und bei der definitiven Abgabe dabei, so dass nach dem 4-Augen-Prinzip (Zahnarzt – Zahntechnikermeistern) plus 2 Augen des Patienten immer hervorragende Ergebnisse erzielt werden können.

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